3. Bericht von Melanie Hüls aus dem YMCA Carrickfergus in Nordirland

31.01.2011 15:19 - CVJM-Landesverband Ostfriesland e.V.

3. Bericht soeben eingetroffen

Melanie Hüls vom CVJM Leerhafe ist seit September für ein Jahr als Mitarbeiterin im Eorpäischen Freiwilligendienst im YMCA Carrickfergus/Nordirland tätig. In unregelmäßigen Abständen wird sie uns an ihren Erfahrungen Teil haben lassen (zu Melanie´s Blog). Hier kommt ihr 3. Bericht:

Mittlerweile sind seit meiner Ankunft schon 4 ½ Monate vergangen und somit melde ich mich mal wieder aus dem fernen Nordirland um zu berichten.
Weihnachten ist vorüber, aber natürlich nicht ohne Spuren zu hinterlassen an mir vorbei gegangen. Das ist auch kaum möglich, wer Halloween schon so groß feiert, muss für Weihnachten natürlich noch mal einen drauf legen. So kam es, dass wir hier praktisch seit Ende November Weihnachten hatten. Im Gegensatz zu den meisten EVS’lern, die hier im YMCA Carrickfergus ein Jahr mitgearbeitet haben, hat unser diesjähriges 3er Team für Weihnachten nicht die Heimat aufgesucht und so war es für uns alle das erste Weihnachten fern von zu Hause. Es ist anders, aber nicht schlecht, auf jeden Fall eine Erfahrung. Mit zahlreichen Einladungen von Leuten aus dem YMCA und meiner Mentorin konnte ich die Zeit genauso gut herumkriegen wie mit den vielen großen und kleinen Päckchen von zu Hause. Und dann kam auch schließlich schon das neue Jahr. Für mich eine ganz besondere Zeit, weil ich Besuch von drei Freunden von zu Hause hatte. So waren meine Weihnachts- und Neujahrsferien gefüllt mit Sightseeing in Carrickfergus, Belfast, an der Westküste und in Dublin.

Doch auch nach meinen Ferien wurde es nicht langweilig. Auf einer meiner Arbeitsstellen, dem PAKT – Programm in Woodburn, fanden einige Veränderungen zum Positiven statt. Die Mitarbeiter versuchen mit Plänen und besseren Programmen mehr Struktur und somit mehr Kinder in das Programm zu bekommen. Mir persönlich gefällt das ganz gut, war es vorher doch manchmal eher demotivierend zu sehen, wenn das Programm nicht so läuft, wie man es gerne hätte. Ich hoffe es kommt jetzt so richtig ins Laufen.

Während der letzten Wochen hatte ich das Vergnügen an einem Kurs „Community Reconciliation“ teilzunehmen. Dieser Kurs ist Teil eines Programms für Bildung von Frauen, für die dieser Kurs kostenlos ist. Thema ist Konflikte und deren Bewältigung,  persönliche wie auch gesellschaftliche Konflikte. Die Teilnahme habe ich als positiv empfunden, die Inhalte waren interessant, auch wenn nicht alle Teilnehmenden gleiches Interesse zeigten und ich mich so teilweise in meine frühe Schulzeit zurückversetzt fühlte.

Im offenen Jugendtreff, dem „Drop-In“, fällt mir immer mehr auf, wie wichtig aber gleichzeitig schwierig diese Arbeit ist. Es ist gut für die Jugendlichen so eine Möglichkeit zu haben, sie haben eine Alternative, werden beschäftigt und haben Ansprechpartner, die besonders wichtig sind in Fällen wie Drogen oder Obdachlosigkeit. Doch gerade das macht die Arbeit eben nicht so einfach. Jugendliche aus solch schwierigen Verhältnissen sind oft auch nicht so ohne Weiteres zu bändigen, vor Allem wenn eine Ausländerin wie ich mit komischem Akzent sie zurechtweist und deren Slang nicht immer versteht. Dazu muss aber gesagt werden, dass dieser Drop-In für alle offen ist, somit finden sich also auch Jugendliche aus „normalen“ Verhältnissen dort ein, die einfach nur ihre Freizeit mit ihren Freunden verbringen möchten und diesen Ort dafür als gute Gelegenheit wahrnehmen.

Das PAKT – Programm in Glenfield ist nach wie vor meine Lieblingsarbeitsstelle, neben dem guten Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gefällt mir das Programm, vor Allem aber gefällt es den Kindern. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit dem dort Hauptamtlichen und dem Jugendarbeiter für mich sehr angenehm. Sie überlassen mir viel, neben den Programmen und der Betreuung auch mal andere Arbeiten, da ich auch außerhalb der Programmzeiten dort bin. Das zeigt mir, dass ich ein Teil des Teams bin und nicht nur zur Betreuung der Kinder herangezogen werde, wie es bei den anderen beiden Projekten der Fall ist. Außerdem ist der dortige Hauptleiter auch gleichzeitig mein Supervisor, den jeder EVS’ler neben dem Mentor als Ansprechpartner hat. Ich werde also bestens umsorgt und nenne Carrickfergus längst schon mein zweites Zuhause.

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