Seid fest und unerschütterlich! (1. Kor. 15,58)

 Jeder von uns macht hoffentlich in regelmäßigen, unregelmäßigen Abständen die Erfahrung, dass ihn ein Bibelwort oder ein ganzer Bibelabschnitt ganz enorm anspricht und dann dabei erkennt, dass dieses Wort genau in die aktuelle Lebenssituation passt. So erging es mir vor einiger Zeit mit dem Vers: „Seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“

Besprechung zur Planung des Christivals in Bremen, Erstellung der Tagesordnung für den Vorstand, Vorbereitung der Mitarbeiterschulung, Bestellung der Fahrkarten für eine Fahrt zum Gesamtverband nach Kassel. Protokoll der Vorstandssitzung schreiben, Abrechnung der letzten Einkäufe im Großmarkt; Dienstbesprechung mit dem Team in Rorichmoor wg. der Renovierung der Küche, Bestellung der neuen Küchengeräte, Telefonate mit dem Landkreis, unserem Bauunternehmer, einem Kollegen, unserer Hausbank, Vorbereitung und Durchführung der Freizeit „40plus“, Fotos heraussuchen für eine Präsentation, den Abwasch der letzen Sitzung erledigen usw. usw. Manchmal weiß ich nicht ob ich noch den Überblick habe oder schon längst nicht mehr durchblicke.

Und dann an einem solcher Tage wo es drunter und drüber geht dieser Vers aus dem 1. Korintherbrief: „Seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“

Worüber kann ich besser eine Andacht halten als über einen Bibelvers, der mich persönlich angesprochen hat. Ob der Vers dann auch euch anspricht, das liegt nicht in meinen Händen, aber ich vermute, dass dieser Bibelvers auch euch in eurer Arbeits- und Lebenssituation anspricht und ihr nur die Vielzahl eurer Aktivitäten hier einsetzen braucht.

Ich will euch eine kurze Geschichte erzählen: „Drei Arbeiter schnitten Steine, die zum Bau eines Gotteshauses bestimmt waren. Ein Mann kam vorbei und fragte den Ersten: ‚Was machst du da?’ Er sagte:’ Ich schneide Steine.’ Ich fragte den Zweiten: ‚Und du?’ Er sagte ich verdiene 10 Euro die Stunde.’ Und schließlich fragte er den Dritten: ‚ Was tust du da?’ Er antwortete: ‚Ich baue ein Gotteshaus.’

Wir können alle am gleichen Ort, aber aus verschiedenen Gründen arbeiten: Weil wir Spaß daran haben; weil wir einen Job brauchen um unseren Lebensunterhalt zu verdienen; weil wir mithelfen wollen eine neue, vielleicht gerechtere Gesellschaft aufzubauen; weil wir einen guten Job machen wollen um uns selbst zu verwirklichen oder weil wir einfach durch unser Tun mithelfen wollen, dass es vorwärts geht. Und wir können als Christen jeweils an unserer Stelle mitarbeiten, um in Gottes Augen treu und gewissenhaft unsere Pflicht zu tun. Egal warum wir unsere Arbeit tun, der Vers aus dem Korintherbrief sagt, dass unsere Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.

Viele, sehr viele arbeitende Menschen haben den Eindruck, dass all ihr arbeiten, eigentlich vergeblich ist und die, die keine Arbeit haben fühlen sich nutzlos. Egal ob mit oder ohne Arbeit der Eindruck bleibt: So richtig bewegen tue ich eigentlich nichts. Das ist wohl mit das größte Problem von denen, die lange arbeitslos sind, dass sie das Gefühl beschleicht, ich kann eigentlich nichts mehr bewirken. Ich bin überflüssig.

Dieses Gefühl kann einen auch manchmal in der Jugend- und Gemeindearbeit beschleichen. Wer hätte diese Gefühl noch nicht gehabt? Ich kenne das jedenfalls. Das sind dann die Killermomente, die einem den Mut, die Hoffnung, die Freude und die ganze Kraft nehmen, sich weiter zu engagieren. Ich kenne das zu Genüge das Gefühl, die Klamotten einfach hinschmeißen zu wollen, weil mal wieder nichts klappt oder ich mich einfach ausgelaucht fühle und mir aller Elan und Schwung verloren gegangen ist.

Aber zu meinem Glück ist dann da mein Herr, der mir genau in diese verkorkste Stimmung hinein dieses Wort sagt: Deine Arbeit ist nicht vergeblich in dem Herrn. Auch wenn du im Moment nichts davon merkst, wenn du verzagt bist und vor lauter Arbeit nicht weißt, wo du zuerst anfangen sollst, dich abrackerst, dich engagierst aber es gibt keinen sichtbaren Erfolg. Trotzdem: deine Arbeit ist nicht umsonst. Das gilt für jede Arbeit ob bei der Bank oder auf dem Bau oder in der Arztpraxis oder beim, Herzuginstallateur oder in Gemeinde oder Jugendverband. Letztlich ist keine Arbeit umsonst, wenn sie, ja wenn sie von deiner Einstellung zum lebendigen Gott beeinflusst wird. Wenn dein Reden und Denken und Handeln im täglichen Arbeitsleben und in deinem gesamten Engagement mit diesem Herrn rechnet, damit rechnet, dass er mit dir geht, dass er dir Orientierung, Kraft und Ausdauer gibt. Kurz gesagt, der Geist Gottes, der Heilige Geist in deinem Leben Raum gewinnt. Dann wirst du erfahren, dass auch das andere Wort gilt, das genau wie das Erste von Paulus stammt, was sagt: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben.“ Das ist das Werk des Herrn: Kraft, Liebe und Besonnenheit, darin sollen und können wir unerschütterlich stehen. Übrigens in jedem Beruf und sogar in den schweren Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit, denn Gott wird auch in den Zeiten verherrlicht, wo wir Stille halten müssen. Jede Arbeit, auch das Stillehalten kann jeder Zeit zum Werk des Herrn werden.

Zurück zum Ausgangspunkt meiner Andacht: Ich habe mir vorgenommen dies noch mehr als bisher in all meiner Arbeit zu entdecken, auch wenn bei mancher Tätigkeit es mehr als mühselig ist oder der Sinn kaum zu erkennen ist, ist sie trotzdem nicht vergeblich - in dem Herrn. Wisst ihr und das gilt auch ganz besonders für unsere Arbeit beim Christival, die ja für fast alle von uns zusätzlich oder unter Aufbietung der letzten Kraftreserven geschieht, weil die heiße Endphase bis zum Beginn des Christivals viel, viel Kraft und Kondition fordert. Auch angesichts der Kritik und sogar evtl. Gegenkampagnen darf und muss uns der Zuspruch unseres Herrn gelten und gewiss machen. Nichts, wirklich nichts was wir tun tun wir vergeblich. Alles geschieht im Namen des Herrn und deshalb liegt da auch sein Segen drauf. Amen.


Autor: Burkhard Hesse

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